Die Geschichte

Nach 1945 gibt es im zerstörten Wien einige junge, beherzte Juristen, die sich dem Recht und dem Anwaltsberuf verschrieben haben. Vorerst arbeiten sie alle als Rechtsanwaltsanwärter; zuerst lose organisiert, werden ihre Kontakte immer enger. Am 13.9.1948 gründen einige von ihnen den Wiener Konzipientenverband, einen privaten Verein, der sich als Interessengemeinschaft ihrer sonst in keiner Weise organisierten Berufsgruppe versteht. Der Verband soll helfen, ihre beruflichen, fachlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen zu verwirklichen.

Der Verein hat im wesentlichen folgende Organe: einen Präsidenten, ein Präsidium und eine Generalversammlung.

1951 – namhaften Funktionären ist in der Zwischenzeit der Schritt in die Selbständigkeit als Anwalt gelungen – formieren sich vier Clubs, die gemeinsam den „Wiener Juristenverein Konzipientenverband“ bilden.
Jeder Club hat einen Clubobmann, dem die Wahrung der Clubinteressen im Rahmen des Verbandes (er vertritt seinen Club im Präsidium des Gesamtverbandes) und nach außen hin, insbesondere gegenüber Standesbehörden, obliegt. Der Obmann kann sich von einem Ausschuss unterstützen lassen. Die Clubs sind berechtigt, im Rahmen des Gesamtverbandes Sonderveranstaltungen durchzuführen.

Der Verband, mit Sitz im Justizpalast, unterhält ein Büro (Generalsekretariat) untergebracht derzeit:
1010 Wien, Weihburggasse 4 / 2. Stock / Top 9, Tel (+43 1/01)512 26 00, Fax (+43 1/01)512 26 00/20,
Post: A 1016 Wien, (Justizpalast) Postfach 35;
E-Mail: office@juristenverband.at
Internet: www.juristenverband.at
ZVR 899307027

Dieser Aufbau des Vereins ist bis heute im wesentlichen gleich geblieben. Es bestehen derzeit folgende Clubs:

  • der Club Rechtsanwälte,
  • der Club 2000
  • der Club Konzipienten,
  • der Club Justiz und
  • der Club allgemeiner Juristen

1988 – der Verband ist längst österreichweit tätig und stolz darauf, der größte, alle juristischen Berufsgruppen umfassende Verein zu sein ändert man neuerlich seinen Namen auf
JURISTENVERBAND

Die Gegenwart

Wie seit eh und je gibt es vier Hauptaufgabengebiete:

  • Vertretung der standespolitischen lnteressen der Mitglieder,
  • Fortbildung der Kollegen,
  • gesellschaftliche Aktivitäten,
  • Gemeinnützigkeit.

Der Verband nimmt immer wieder Stellung zu standespolitischen und standesrechtlichen Fragen.

Der Club der Konzipienten ist zur größten Vereinigung dieser Berufsgruppe mit nunmehr rund 550 Mitgliedern geworden. Neben 55 Emeriti umfassen der Club der Rechtsanwälte (heute mitgliederstärkster Anwaltsclub) und der Club 2000 zusammen über 1200 Rechtsanwälte. Der Club Justiz (Richter, Richteramtsanwärter, Staatsanwälte, Universitätsprofessoren, Assistenten, Rechtspraktikanten, Studenten etc.) zählt an die 300 Mitglieder, der Club allgemeiner Juristen mehr als 450 Beamte, Notare und Notariatskandidaten, Wirtschaftstreuhänder/Steuerberater, sowie Wirtschaftsjuristen. Insgesamt gehören dem Verband ca. 2.500 Personen an. Eine beachtliche Zahl!

Zu diesem Erfolg hat nicht zuletzt beigetragen, daß der Verband stets gleiche Distanz zu allen politischen und gesellschaftlichen Gruppen gewahrt hat, weshalb er für alle Juristen offen steht.
Regelmäßig finden Clubabende statt, in deren Rahmen interessante Rechtsthemen von anerkannten Fachleuten referiert werden. An jedem dritten Montag eines Monats veranstaltet der Club Allgemeiner Juristen ein Roundtable – zumeist über interdisziplinäre Themen.

Nunmehr wurden für einige bedeutende Rechtsgebiete Arbeitskreise eingerichtet, zu deren Aufgaben es gehört, spezielle Fortbildungsmöglichkeiten, wie z. B. Podiumsdiskussionen, Vorträge zu aktuellen Themen, Seminare, Sonderpublikationen, allen interessierten Juristen anzubieten. Die Leiter der Arbeitskreise stehen überdies allen Verbandsmitgliedern für Auskünfte zur Verfügung. Ihre Namen können im Generalsekretariat erfragt werden. Eine Abfragemöglichkeit verschiedener Online (Rechts-) Datenbanken kann von den Mitgliedern ebenfalls kostenlos genützt werden.

Größere und kleinere Veranstaltungen dienen der fachlichen Diskussion und Fortbildung sowie der Intensivierung der Kontakte der Mitglieder. Ob es nun der Juristenball, ein glanzvoller Höhepunkt des Faschings, durch den der Verband weit über den Kreis seiner Mitglieder hinaus wirkt, ein elegantes Musikalisches Diner, eine kundig kommentierte Weinverkostung oder kleinere und größere Sportveranstaltungen (z. B. Tennisturniere) und Fachseminare sind, sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Anzahl der Teilnehmer steigt ständig, Gäste sind üblicherweise willkommen. Für Reiselustige werden Gruppenreisen mit juristisch relevanten Zielen (z. B. Luxemburg – EuGH, Karlsruhe – BGH,…) organisiert.

Der internen Kommunikation wie auch der Artikulation nach außen dient die grundsätzlich viermal jährlich erscheinende Zeitschrift Nova & Varia; die Mitglieder erhalten sie kostenlos.

Der Verband erfüllt soziale und gemeinnützige Aufgaben:
Kollegen, die Hilfe benötigen, sei es, weil sie krankheitshalber in Not geraten sind, oder sei es, weil sie eine Hilfestellung bei der Kanzleigründung brauchen, wird rasch und unbürokratisch geholfen.

Viele Kollegen nutzen auch die kostenlose vermittelnde Tätigkeit des Generalsekretariats. Ob Konzipientenstellen, Ferial- oder Halbtagsjobs für Studenten – über unser Büro finden engagierte und verlässliche Kräfte fast immer die richtige Adresse für faszinierende berufliche Aufgaben. Auch wer eine Wohnung oder eine Kanzlei sucht, kann dort fündig werden.

Kurz gesagt, der Juristenverband, eine umfassende Serviceeinrichtung für seine Mitglieder!